Erzählnacht 2020

Schweizer Erzählnacht an der Primarschule Oberdorf

Ausgerechnet am Freitagabend 13. November trafen sich die Klassen der Primarschule Oberdorf zu einer Stunde Geschichte erzählen und hören unter dem Motto „Glück“. Dieser Freitag war für alle Kinder definitiv kein „Unglückstag“. In den Klassen wurde auf verschiedene Art und Weisen Glück empfunden und thematisiert. Was sich genauer in dieser magischen Stunde im Schulhaus abgespielt hat, können Sie hier lesen:

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Jeder braucht Glück im Leben.

Manchmal haben wir so viel davon, dass wir es mit anderen teilen können. Ein anderes Mal verlieren wir es aus den Augen. Und plötzlich ist es wie vom Erdboden verschwunden oder scheint ganz unerreichbar zu sein. Dann können wir versuchen, dem Glück nachzujagen, es einzufangen und festzuhalten. Aber meistens macht das Glück, was es will. Doch selbst dann, wenn wir das Glück nicht sehen können, gibt es einen Ort, wo es stets auf uns wartet: In uns selbst!

Die 1. KlässlerInnen haben es sich mit Kissen, Plüschtieren und in Schlafsack und Decken gekuschelt gemütlich gemacht und der Geschichte von Eva Eland gelauscht: «Anleitung zum Glücklichsein».

Wir haben Glückskekse und Glückstee getrunken und uns Gedanken gemacht, wo das Glück in uns wohnt und was wir brauchen, damit wir es erkennen können.

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Dunkler Raum und Sternenlicht,

Kinder sitzen dicht an dicht.

Glück ist das Thema dieser Nacht,

doch auch ans Unglück wird gedacht.

Zu Frau Unglück gehört die Hausnummer 13, die schwarze Katze, die meckernde Geiss,

zu Herrn Glück die Marienkäfer, das Kleeblatt, das Schwein, ist's nur Zufall, wer weiss?

Falten, malen, kleben-- Stück für Stück,

entsteht ein Schweinchen für das (eigene) Glück!

EK 1 / 2

Wir in der Einführungsklasse haben uns an dem Abend der Erzählnacht mit der Frage beschäftigt, welche Farbe das Glück hat.

Alle waren ganz aufgeregt, doch als wir mit der Geschichte von Elfriede Wimmer und Petra Probst angefangen haben, wurden die Kinder ruhig.

Zu Beginn hatten die Kinder ganz viele Vorschläge welche Farbe das Glück haben könnte, doch wir konnten uns nicht einigen.

Die Geschichte «Welche Farbe hat das Glück?» handelt von dem kleinen Jungen Vincent, der seine Gefühle kennenlernt. Der Vater von Vincent ist ein Künstler und kann die Gefühle nicht nur beschreiben, sondern auch zeichnen… Bevor wir das Glück im Buch gefunden haben, haben wir noch andere Gefühle kennengelernt. «Traurig» hat sich zuerst gezeigt, dann «Wut», «Fröhlich» und am Schluss «Angst». Alle haben ihre eigene Farbe. Doch was ist jetzt mit «Glück»? Am Schluss hat sich «Glück» gezeigt. «Glück» ist farbig leuchtend und hat von allen Gefühlen etwas Farbe geschenkt bekommen. Natürlich haben auch wir uns noch künstlerisch betätigt und alle Gefühle entsprechend gemalt. Dieser Teil war bei den Kindern sehr beliebt und hat ihnen gut gefallen. Die Stunde ist wie im Flug vergangen, so dass wir gefühlt zu früh aufhören mussten und die Kinder wieder aufgeregt wie am Anfang, in der dunklen Nacht nach Hause gegangen sind.

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Mit leuchtenden und grossen Augen betreten die Kinder den durch Kerzenlicht erhellten Raum. Es liegen eine gewisse Spannung und Vorfreude in der Luft. Um diese Spannung noch ein bisschen länger zu geniessen, darf sich jedes Kind gleich zu Beginn ein Glückslos ziehen. Die glänzenden Kinderaugen und das strahlende Lächeln, wenn das Los ein Treffer ist – und heute gibt es keine Nieten im Lostopf – lassen die Glücksgefühle bei allen eindeutig sichtbar werden.

Nachdem wir einen Kurzfilm gesehen haben, in dem Knietzsche das kleine Glück sucht, wollen auch wir uns auf die Suche nach dem Glück begeben. Dazu dürfen die Kinder im Raum umher gehen und sich verschiedene Fotos von Glücksmomenten anschauen. Eines davon, das sie gerade anspricht, nehmen sie mit in den Kreis. Und nun philosophieren wir zusammen mit der Klasse über die Fragen, was Glück eigentlich ist, wo man es spüren und ob man es kaufen kann und ob man eigentlich auch alleine glücklich sein kann. Dabei erkennen wir, dass Glück für jeden und jede etwas ganz anderes ist. Wir stellen also fest, dass man zwar das Glück selber nicht, wohl aber Dinge kaufen kann, die einen glücklich machen. Und manchmal macht es auch glücklich, andere glücklich zu machen oder glücklich zu sehen!

Weiter überlegen wir, ob man alleine oder mit anderen Menschen glücklich ist. Manchmal reicht die Gesellschaft von Kuscheltieren; aber ohne die Eltern ist Glück für die Kinder der Klasse kaum vorstellbar!

Wenn einem das Glück mal abhandenkommt, wissen sich die Kinder selber zu helfen: Sie lassen sich beschenken, schauen einen lustigen Film oder tun etwas, dass ihnen bestimmt gelingt um wieder glücklich zu sein.

Das Glücksgefühl ist eines, das man gerne oft verspürt. Dieses Kribbeln im Bauch, die Wärme, oder der Herzschlag, der sich einen kurzen Moment beschleunigt; all dies spüren die Kinder, wenn sie glücklich sind.

Mit einem kleinen Säckchen voller Glück entlassen wir die Kinder wieder in die Obhut ihrer Eltern. Wir hoffen, dass die Erinnerungen an diesen Abend immer wieder für ein kleines Lächeln und den einen oder anderen Glücksmoment sorgt!

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Als wir ins Zimmer kamen, war das Zimmer wunderschön mit verschiedenen Lämpchen und Kerzen beleuchtet. Die Klänge von sanfter Klaviermusik erfüllten das Zimmer. Die sorgfältig angeordneten Kissen luden uns ein, im Kreis Platz zu nehmen. Wir waren alle ein bisschen aufgeregt. Frau Corten erzählte uns die Geschichte «Herr Glück und Frau Unglück». Wir fanden sie sehr toll, lustig und spannend. Danach servierte uns Frau Corten den besten Glückstee. Er war super lecker! Anschliessend durften wir ein Häuschen der Geschichte selbst gestalten – im Dunkeln! Das war ziemlich herausfordernd, aber wir haben es geschafft. Dabei haben uns die Kerzen geholfen, die wir selber zu uns holen durften. Wir hoffen, dass wir wiedermal so einen coolen Abend im Schulhaus verbringen dürfen.

3b

Wir haben uns um 18.30 Uhr im Klassenzimmer bei Kerzenschein versammelt. Überall erleuchteten in allen Farben selbstgemachte Flaschenlichter.

Zuerst haben wir gemeinsam besprochen, was Glück für uns überhaupt bedeutet. Wir haben herausgefunden, dass Glück für jeden Menschen etwas Anderes ist. So kann man beispielsweise Glück haben, wenn man einen Unfall überlebt oder wenn man reich ist. Auch kann man glücklich sein, wenn man seine Familie schätzt und mit dem zufrieden ist, was man hat.

Danach haben wir die Geschichte Wir suchen uns ein Stück vom Glück gehört und die tollen Bilder betrachtet. Das Buch handelt von einer Maus, die auf der Suche nach Glück ist. Auf ihrer Reise trifft sie viele verschiedene Tiere an, doch niemand kann ihr helfen. Am Ende kehrt die Maus ohne Glück zurück und merkt, dass man das Glück nicht suchen sollte. Sie merkt, dass sie bereits Glück in ihrem Leben hat.

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Stimmungsvoll bei Kerzenschein wurden die Kinder der 4a im Klassenzimmer begrüsst. Nach einer kurzen Erklärung zum Abend, sind wird mit der ersten Geschichte in den Abend gestartet. Die Kinder durften das Märchen «Hans im Glück» in einer modernen Version kennenlernen. Die Geschichte wurde 6 Mal durch passende Glücksspiele unterbrochen. Diese machten den Kindern besonders Spass. Wir unterhielten uns anschliessend darüber, wie sich Glück anfühlt und was Glück für jedes Kind ist. In einem waren sich alle einig: Die Familie ist unser grösstes Glück.

Danach durften wir alle gespannt noch eine weitere Geschichte hören. Die Geschichte drehte sich um das Wasser des Lebens. Auch diese genossen die Kinder sehr. Nur leider war danach die Erzählnacht schon dabei und mit einem grossen Glücksgefühl wurden die 4a ins Wochenende entlassen.

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So ein Glück! Bonne chance! Good luck!


Die Erzählnacht in der Klasse 5A startet mit einer französischen Bildergeschichte von Monsieur Heureux. Monsieur Heureux kann mit seinem Buch des Magiers verschiedenen Leuten helfen. Doch am Schluss erklärt Monsieur Heureux, dass er eigentlich keine Wünsche übrig hat; denn er ist ja ein glücklicher Mann. Die Kinder betrachten die Bilder der Geschichte gespannt und können mit Kenntnisse von wenigen französischen Wörtern und viel Erraten den Faden der Geschichte spinnen.
Ebenso gebannt hören die Schülerinnen und Schüler den beiden Kurzgeschichten «Mia und der Pechvogel» und «Der alte Flohmarktteddy» zu. Weiter machen sich die Kinder Gedanken, wann sie Glück gehabt haben und was «Glück» für sie alles bedeutet. Nach dem Hit «Happiness» schreiben die Schülerinnen und Schüler zum Schluss jemandem einen Glückwunsch auf.

« Ich wünsche dir einfach viel Glück bis in alle Ewigkeit, damit für dich alles so läuft, wie du es dir wünschst und viele Freunde»

(Fotos Urs Hunziker)

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Als Einstimmung ins Thema schauten wir den Videoclip zum Hit «Happy» von Pharell Williams.

Mit diesem beschwingten Lied philosophierten wir über das Glück. Bringt ein Glücksbringer etwas? Ist es Glück, wenn der Fussballspieler anstatt den Pfosten das Tor trifft? Wer hatte schon einmal Glück im Unglück?

Überraschungseier machen glücklich… um diese Dinger ging es in der Kurzgeschichte, die ich der Klasse vorlas. In einem Überraschungsei war ein Glückspilz drin, der alle Wünsche erfüllen konnte. Da sich das Kind jede Plastikfigur, die es gibt in Überraschungseiern, wünschte, war das Haus nachher voll. Somit machte das Kind andere Kinder glücklich…

Am Schluss hiess es dann noch «Lotto im Säli». Wer hatte zuerst seine Karte voll? Wer war war der Glückspilz des Abends und gewann einen Happy-Hamburger-Schlüsselanhänger? Es ging aber niemand leer aus… als Trostpreis bekamen alle… ein Überraschungsei :-)

All diesen Berichten zu Folge, hatte die Primarschule einen spannenden, glücksvollen, überraschenden, nachdenklichen und freudigen Abend.

Wir hoffen die Beiträge haben auch Ihnen Freude gemacht und Sie vielleicht dazu verleitet, selbst wieder Mal das Glück bewusst zu spüren.

Viel Spass dabei!

Dokument mit Fotos zum downloaden: schweizer-erzaehlnacht-an-der-primarschule-oberdorf-berichte.pdf (427.6 KiB)